2026-08-05
Warum bürgt Google für 43,8 Milliarden Dollar fremder Rechenzentrumsmieten? TPU-Betreiber leihen sich Geld zu 7,1 %, Nvidias Lager zu 9,3 %
Im 10-Q von Alphabet für das zweite Quartal 2026 steht eine Zahl: Zum 30. Juni hatte Google zugesagt, im Fall eines Mieterausfalls bis zu 43,8 Milliarden Dollar an Mieten fremder Rechenzentren zu übernehmen. Neun Monate zuvor waren es 6,5 Milliarden — eine Versiebenfachung. Keines dieser Rechenzentren gehört Google. Was diese Bürgschaft kauft, ist sehr konkret: Mit Alphabet im Rücken leihen sich Betreiber, die Google-TPUs fahren, Geld zu 7,1 %, während vergleichbare Projekte im Nvidia-Ökosystem 9,3 % zahlen — eine strukturelle Lücke von 2,2 Punkten. Am anderen Ende der Kette steht Anthropic: annualisierter Umsatz gerade über 30 Milliarden, Ende 2025 waren es rund 9 Milliarden, aber ohne Kreditrating und ohne Möglichkeit, in dieser Größenordnung selbst Geld aufzunehmen. Dazwischen stehen das von Morgan Stanley gebaute Compute SPV, Broadcom als Restwertgarant und Krypto-Miner, die Netzanschlussleistung beisteuern. Dieser Text zerlegt, wie die Maschine läuft, warum Google 43,8 Milliarden Risiko lieber außerhalb der Bilanz hält, und auf welchem Weg das Risiko zurückkommt.